Samstag, 1. März 2025

Umweltaspekte der Bauwirtschaft: Was bedeutet „ökologisches Bauen“?

Ökologisches Bauen wird seit Jahrzehnten praktiziert und ist im internationalen Sprachgebrauch als „green building“ bekannt. Es soll eine Wohnumgebung schaffen, die sich mit der Umwelt und unseren Ökosystemen verträgt, um künftigen Generationen eine funktionierende Natur zu hinterlassen. Gleichzeitig schont ökologisches Bauen unmittelbar Ressourcen, denn es setzt auf nachhaltige Baumaterialien und senkt die Heizkosten. In Deutschland entstand das vielleicht erste Projekt dieser Art in Bernried (Starnberger See in Bayern). Dort baute der innovative Architekt Heiko Folkerts (1930 – 2007) in den Jahren 1975 bis 1976 sein „Haus Folkerts“ und folgte mit dessen Bauweise durchweg ökologischen Prinzipien. Später ließ er weitere Projekte folgen, so etwa 1983 ein Wohn- und Geschäftsensemble in CH-9464 Rüthi. Die modernen ökologischen Häuser werden überwiegend aus Holz errichtet und verfügen über ein Gründach. Ihre Außenwände bestehen oft aus unbehandeltem Lärchenholz, die Innenböden aus Naturstein, Lineoleum oder Holz. Zum Einsatz kommt eine effiziente Ständerbauweise. Die Innenwände können aus Schilfrohrplatten mit Lehmverputz hergestellt werden, ihr Anstrich folgt mithilfe von Kasein- oder Lehmfarbe dem materialtechnischen Vorbild. Eingeblasene Hobelspäne sorgen für die Wärmedämmung. Sonnenkollektoren und ein Grundofen besorgen die Warmwasseraufbereitung und Heizung. Die Eingliederung des Gebäudes in den natürlichen Stoffkreislauf ergibt sich allein dadurch, dass seine Materialien praktisch vollständig recycelbar sind. Hinzu kommt der höchst ressourcenschonende Betrieb. Es spielen neben der eigentlichen ökologischen Bauweise noch weitere Aspekte eine Rolle: - Ein ökologischer Standort ist entscheidend. Wichtige Faktoren sind die umgebende Infrastruktur, die Verkehrserschließung und der Landschaftsschutz. - Die verwendeten Baustoffe sollten durchweg umweltverträglich gewonnen, transportiert, genutzt und entsorgt werden. Dabei sind toxische Materialien tabu. - In Relation zum Gesamtvolumen des Gebäudes soll seine gesamte Außenfläche klein sein. - Das Haus bezieht seine Wärme überwiegend bis ausschließlich aus erneuerbaren Energien. Hinzu kommt eine effiziente Wärmedämmung. - Die technische Gebäudeausrüstung folgt ebenso dem Effizienzprinzip, indem sie unter anderem eine nachhaltige Entwässerungstechnik integriert. - Nicht zuletzt wird das Bauwerk begrünt.
Ökologisches Bauen, das heute den modernen Standards zugerechnet wird, bietet das Unternehmen Bauen-Wohnen-Technik (Standort: Gablingen bei Augsburg) an. Was sollten Bauherren bei einem ökologischen Haus beachten? Sie müssen prinzipiell jedes einzelne aller verwendeten Materialien und Produkte auf seine Eigenschaften überprüfen, damit wirklich ein konsequent ökologisches Gebäude entsteht. Damit können private Bauherren schnell überfordert sein: Es empfiehlt sich fachliche Expertise und die Ausführung durch eine erfahrene Baufirma. Diese bietet in der Regel zusätzlich Photovoltaik und Solarthermie an. Die natürliche Dämmung erfolgt mit nachwachsenden Rohstoffen, darunter Flachs, Holzfasern, Hanf, Stroh oder Schafwolle. Diese Materialen eignen sich durchweg für eine gute Wärmedämmung. Die verwendeten Farben und Klebstoffen basieren auf pflanzlichen Ausgangsstoffen und kommen praktisch ohne Lösungsmittel aus. Ebenso enthalten sie nur in geringfügigem Umfang flüchtige organische Verbindungen. Die Fenstern sind mehrfach isoliert. Ihre Rahmen bestehen aus lokalen Hölzern, Kunststoff kommt nicht zum Einsatz. Ökologische Häuser nutzen nicht zuletzt umfassend das Tageslicht. Sie müssen deshalb nicht zwingend ringsum verglast sein. Es gibt auch auf Spiegeln und Röhren basierende Lichtleitsysteme, die das natürliche Licht an den Bestimmungsort transportieren. Bodenbeläge im ökologischen Haus bestehen idealerweise aus Holzparkett, Kork oder Massivholzdielen, die Hölzer stammen aus der Region. Das haltbare Linoleum darf ebenfalls als nachhaltig gelten. Die Toilettenspülung nutzt Grauwasser (Abwasser aus der Badewanne, Dusche oder Waschmaschine), Regenwasser kommt nach einer Grobfilterung beim Wäschewaschen zum Einsatz. Hierfür fängt ein Zweikammersystem das Regen- und Grauwasser separat auf. Erfahrene Bewohner des ökologischen Hauses lassen die ersten Regengüsse des zeitigen Frühjahrs die Regenrinnen aus- und das Dach abwaschen. Das nachfolgende Wasser verwenden sie schließlich. Dies sind die wesentlichsten Aspekte des ökologischen Hauses.

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